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Dreckiges Leder – Wie unsere Schuhe gemacht werden

Bei unserem Filmabend im Jola am 19.03.2026 zeigten wir einem interessierten Publikum den Dokumentarfilm Dreckiges Leder – Wie unsere Schuhe gemacht werden

Nach intensiven Recherchen in Deutschland und Indien zeigt der Film von Christian Jentsch (2021) in eindringlichen Bildern die Realitäten, unter denen in Indien Leder gegerbt und daraus jährlich 2,6 Milliarden Paar Schuhe gefertigt werden, von denen in Deutschland jeder im Durchschnitt 4 -5 Paar Schuhe pro Jahr ersteht.

Ca. 4 Mio. Menschen arbeiten in der Leder- und Schuhindustrie in Indien, ohne jedoch davon auskömmlich leben zu können. Durch unterbezahlte Arbeit, Akkord und ohne Arbeitsschutzmaßnahmen erkranken die Menschen. Gegen die unhaltbaren Arbeitsbedingungen können sie sich einzeln nicht wehren, denn Gewerkschaften gibt es nicht. Durch ungeklärte Abwässer und in die Luft getragene Schadstoffe werden weitere Menschen und die gesamte Umwelt geschädigt.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich viele Teilnehmer*innen erschüttert von den drastischen Bildern, mit der der Film die Realität widerspiegelt.
Auf die Frage, was der Einzelne tun kann, um die Verhältnisse zu verbessern, kamen folgende Vorschläge:

  • Weniger neue Schuhe kaufen, dafür andere reparieren lassen.
  • Nachfragen bei Schuhhändlern, wo die Schuhe gefertigt wurden: Zufriedenstellende Auskunft?
  • Kennzeichnungspflicht, woher die Schuhe stammen.
  • Stärkung des  EU-Lieferkettengesetz, damit auch kleine und mittlere Unternehmen in die Verantwortung für ihre Lieferkette genommen werden.
  • Unterstützung von Organisationen oder Initiativen, die sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der indischen Lederindustrie einsetzen. (Beispiel INKOTA)

Ein aus unserer Sicht erfolgreicher Abend, auch wenn weder der Filmemacher Christian Jentsch noch Bernd Hinzmann von INKOTA an unserer Veranstaltung teilnehmen konnten.